Dr. Alexandre Strasny
_______________ Geheimnisse
der alternativen Medizin
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Ein Handbuch für
passionierte Heilpraktiker und beharrliche Patienten
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Warum ist das so? Weil die einen „zu wenig Zeit“ haben, um sich mit ihrer Gesundheit zu beschäftigen, die anderen haben kein Vertrauen in die einfachen Hausmittel und die dritten meinen, dass eine Behandlung derjenige durchführen soll, der sich damit auskennt. Der letzte Standpunkt ist immerhin logisch. Wollen wir uns also an einen Fachmann wenden. Es gehört nicht zu den Themen dieses Buches, wie man einen Hausarzt findet. Dabei gibt es in der Regel keine Probleme. Aber die Frage: „An welchen Heilpraktiker soll ich mich wenden?“ bereitet viele Schwierigkeiten. Damit Sie bei dieser Frage nicht stecken bleiben, möchte ich Ihnen in diesem Kapitel die „Küche“ der Heilkunst von innen zeigen. Ich möchte Ihnen außerdem etwas davon berichten, was die Heilpraktiker gerne geheim halten.
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Wenn Sie sich an einen Heilpraktiker wenden wollen
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- Sie können an einen Scharlatan geraten. |
- Jeder Heilpraktiker kann Ihnen zumindest bei irgendetwas helfen. |
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- Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sie zwar Geld ausgeben, aber dennoch nichts für Ihre Gesundheit erreichen. |
- Es ist nicht ausgeschlossen, dass es Ihnen doch gelingt, „Gesundheit zu kaufen“. |
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- Es ist möglich, dass Sie sich an Ihren Heilpraktiker „binden“ werden. |
- Sie werden einen Heilpraktiker finden, der Ihnen auch künftig helfen wird. |
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- Man kann nicht nachprüfen, ob der Heilpraktiker Sie geheilt hat oder ob die Krankheit von alleine vergangen ist. |
- Ja und? Hauptsache, die Krankheit ist weg. |
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Können Heilpraktiker mir persönlich helfen? Wenn ja, jeder von ihnen oder nur der „beste“? Vielleicht werde ich nur mein Geld vergeuden? Und was, wenn es noch schlimmer wird? Ungefähr solche Fragen werden Sie beschäftigen, wenn Sie beschließen, zu einem Heilpraktiker zu gehen. „Hilft es oder hilft es nicht“ – das ist die wichtigste Frage. Ihnen kann es eigentlich egal sein, was der Heilpraktiker mit Ihnen macht, nicht wahr (Hauptsache, es tut nicht weh). Für Sie ist es wichtig, wieder gesund zu werden und sich wohl zu fühlen! Je länger, desto besser. Lassen Sie uns klären, was als gutes Ergebnis einer Therapie gelten kann. Die beste Variante ist natürlich die vollständige Genesung: Das bedeutet, dass bei Ihnen mindestens fünf Jahre lang keine Symptome mehr auftreten und durch ärztliche Untersuchungen keine Störungen mehr festgestellt werden können – das Röntgenbild zeigt, dass die Lungenentzündung abgeklungen ist, die Endoskopie ergibt, dass das Magengeschwür verschwunden ist, und durch die Ultraschalluntersuchung können die früher diagnostizierten Nierensteine nicht mehr gefunden werden. Fünf Jahre gelten in der Schulmedizin allgemein als eine Frist, nach der die Schlussfolgerung erlaubt ist, dass eine völlige Genesung eingetreten ist. Die „beste Variante“ kommt sowohl in der Schulmedizin als auch in der alternativen Medizin relativ häufig vor. Aber die meisten Patienten haben Krankheiten, die man nicht vollständig heilen kann.
Was lässt sich heilen?Migräne, Schlaflosigkeit, chronisches Erschöpfungssyndrom, Hexenschuss, Bandscheibenvorfall, Unterschenkelgeschwür, Entzündungen (Lungenentzündung, Bronchitis, Magenschleimhautentzündung, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, der Eierstöcke u. a.). Unter günstigen Umständen können Bronchialasthma, Verstopfung, Ekzeme und viele andere Beschwerden vollständig geheilt werden.
Was ist „unheilbar“?Ich habe dieses Wort absichtlich in Anführungszeichen gesetzt, damit nicht der Eindruck entsteht, es sei hoffnungslos, schwere, „unheilbare“ Krankheiten zu behandeln. Auch wenn eine Krankheit nicht vollständig geheilt werden kann, dann lässt sich zumindest ein dauerhafter Rückgang der Krankheitserscheinungen erreichen – während dieser Zeit bricht die Krankheit nicht aus und man spürt auch keine Symptome. Typische Fälle gesundheitlicher Störungen, bei denen man nicht mit einer vollständigen Genesung rechnen sollte, aber bei denen sich ein Rückgang der Krankheitserscheinungen erreichen lässt, sind: Osteochondrose, hormonale Störungen, Diabetes in leichter Form, Nieren- und Gallenblasensteine, Herzbeklemmung, Hypertonie, Arthritis und Artrose, verschiedene Arten der Immunitätsschwäche und Allergien. Sogar bei Krebskranken, die nicht operiert werden können, kann eine Besserung von unterschiedlicher Dauer auftreten. Welche Krankheiten lassen sich aber überhaupt nicht mit alternativen Heilmethoden behandeln? Bei welchen Erkrankungen braucht man das gar nicht erst zu versuchen? Das sind nur wenige, wie zum Beispiel Erbkrankheiten: Downsyndrom, Herzfehler oder Hämophilie. Schuppenflechte und Sehstörungen lassen sich nur schwer behandeln, obwohl ich und manche meiner Kollegen Fälle hatten, bei denen das Sehvermögen um zwei und mehr Dioptrien besser wurde. Die Frage „hilft es oder nicht“ ist also nicht eindeutig zu beantworten. Um es zu erfahren, muss man es auf jeden Fall ausprobieren. Den leidenschaftlichsten und stärksten Patienten aber möchte ich raten, sich ein Beispiel am Frosch zu nehmen, dessen Geschichte ich nachstehend erzähle. Ein Frosch überquerte einmal eine vom Regen aufgeweichte Fahrrinne und blieb im Schlamm stecken. Er versuchte herauszukommen, aber es gelang ihm nicht. Er probierte alles Mögliche - vergebens. Seine Freunde kamen zu Hilfe, gaben ihm Ratschläge, riefen verschiedene „Fachleute für Herauskommen aus Schlamm“, brachten ihm Mücken und Fliegen zum Essen und taten alles, was in ihrer Macht stand, aber der Frosch blieb trotzdem in der Fahrrinne stecken. Betrübt und enttäuscht überließen sie den Frosch seinem Schicksal. Am nächsten Tag kamen sie wieder, um ihn zu beerdigen. Sie dachten ja, dass er schon tot sei. Wie groß war ihre Verwunderung, als sie ihn fern der Straße springen sahen. „Das ist ja ein Wunder! Wie bist du denn da herausgekommen? Wer hat dir dabei geholfen?“ fragten sie. „Ich habe mich da selbst herausgeholt“, antwortete der Frosch. „Du hast eine erstaunliche Willenskraft.“ Seine Freunde blickten ihn respektvoll an. Und der Frosch atmete tief durch: „Es kam ein Lastwagen und ich musste einfach herausspringen, ob ich konnte oder nicht.“
Behandlungsergebnisse aus der Sicht des HeilpraktikersWissen Sie, welcher Meinung die meisten Heilpraktiker bezüglich ihrer Arbeit sind? Dass sie 100 Prozent der Krankheiten heilen können. Einfach alle! Die „objektiveren“ Heilpraktiker nennen 80 Prozent. Ist das wirklich so? Kommen wir nochmals auf den Begriff Heilung zurück. Da man von einer Heilung nur dann sprechen kann, wenn fünf Jahre lang keine Anzeichen der Krankheit mehr auftreten, dann lassen Sie uns den Begriff Heilung ganz vergessen, um uns nicht selbst zu täuschen. Ich erkläre warum. Praktisch kein Heilpraktiker beobachtet seine Patienten nach der Behandlung fünf Jahre lang. Deshalb können weder Heilpraktiker noch Patienten einen dauerhaften Krankheitsrückgang von einer vollständigen Genesung unterscheiden, von der unerfahrene Heilpraktiker bereits unmittelbar nach der Therapie sprechen. Steven Bratman, ein amerikanischer Heilpraktiker, schreibt in seinem Buch Alternativmedizin: „Eine Krankheit zu heilen ist nicht einfach. Unabhängig von der angewendeten Behandlungsmethode liegt bei schweren Fällen die realistische Zahl der Heilungen bei 10 bis 20 Prozent. Woher kommt dann diese Zahl von 100 Prozent? Lügen diejenigen, die sie nennen? Nein, sie glauben ganz ehrlich daran. Entschuldigen Sie meine Schärfe, aber es gibt einfach Dummköpfe, die nicht existierende Diagnosen erfinden und blind daran glauben, dass alles, was sie erfunden haben, Wahrheit ist, und dass sie die imaginären Beschwerden erfolgreich „geheilt“ haben. Deshalb werden wir, wenn wir von Heilung sprechen, nicht vom Begriff der vollständigen Genesung ausgehen, sondern von vier Kriterien: 1. Verschwinden der Anzeichen der Krankheit; 2. Verbesserung; 3. keine Veränderung; 4. Verschlechterung. Die 80 Prozent, welche die „objektiven“ Heilpraktiker nennen, liegen nicht weit von der Wahrheit entfernt. Die Differenz zur Wahrheit besteht darin, dass mit 80 Prozent nicht die Genesungen, sondern die Fälle der Verbesserung des Gesundheitszustandes zu beziffern sind. Darunter kann eine Anzahl von Patienten sein, die tatsächlich vollständig geheilt werden konnten. Nur ist es unmöglich nachzuprüfen, wie hoch diese Zahl ist. Gute Ergebnisse zu erzielen ist nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick scheinen könnte. Sogar ein Heiler, der wenig Wissen und Erfahrung hat, kann innerhalb einer kurzen Zeit einige positive Rückmeldungen sammeln, ohne sich dabei viel Mühe geben zu müssen. Warum? Weil nicht er heilt, sondern der Körper des Patienten sich selbst. Damit Sie es sich besser vorstellen können, führe ich eine Ergebnisstatistik an. In den meisten Fällen umfasste die Therapie drei bis sieben Sitzungen, wobei verschiedene Behandlungsmethoden angewendet wurden: Akupunktur, bioenergetische Suggestion, Massage, Physiotherapie, Kräutertherapie und Homöopathie.
Können Heilpraktiker schaden?Ja. Das passiert manchmal bei Behandlungen durch Manual- oder Akupunkturtherapeuten. Aber die bei der Behandlung entstandenen Komplikationen lassen sich in der Regel wieder beseitigen. Nicht wieder gutzumachen sind die Fälle, in denen ein selbstsicherer und unkundiger Heiler Sie davon überzeugen kann, sich nicht einer Operation zu unterziehen, die für Sie aber tatsächlich notwendig wäre. Deshalb gehen Sie also doch ein Risiko ein, wenn Sie sich an einen Heilpraktiker wenden. Die Chancen auf ein positives Ergebnis liegen dennoch viel höher als das Risiko. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass bei Ihnen, wie auch bei 75 von 1000 Patienten meiner Praxis, keine Veränderungen im Gesundheitszustand auftreten. Und die in meiner Statistik angeführten Verschlechterungen sind keine wirklichen Verschlechterungen, sondern die für die Alternativmedizin übliche, vorübergehende Exazerbation, welche die Patienten für einen Misserfolg halten. Nun die Ergebnisse bei der Behandlung einzelner Krankheiten. Ich führe sie nicht deshalb an, um Werbung für mich zu machen (ich praktiziere schließlich in Ungarn, wo Sie mich kaum aufsuchen werden), sondern weil ich in noch keinem Buch eine objektive Ergebnisanalyse eines Heilkundigen gesehen habe.
Diese Zahlen liefern Ihnen eine Vorstellung davon, wie effektiv die alternative Medizin ist. Die Angaben anderer Ärzte unterscheiden sich natürlich von meinen. Bei einigen Erkrankungen sind sie besser, bei anderen möglicherweise schlechter. Ich träume davon, meine Ergebnisse mit den Ergebnissen anderer Heilpraktiker vergleichen zu können. Aber die Heilpraktiker führen solche Statistiken entweder nicht oder sie wollen sie nicht zur Schau stellen. Manchmal habe ich Berichte gelesen, dass die Tätigkeit eines Alternativmediziners einer ernsthaften medizinischen Überprüfung unterzogen wurde. Das Ganze ging aber niemals über allgemeine Phrasen hinaus.
Wovon hängt das Ergebnis der Behandlung ab? Sowohl vom Heilpraktiker als auch vom Patienten. Es gibt drei Haupttypen von Heilpraktikern, die im Kapitel Wie man es vermeidet, an einen Scharlatan zu geraten behandelt werden. Jetzt aber wollen wir über Patienten sprechen. Man kann sie (Sie) mit Abstrichen in drei Gruppen unterteilen. 1. Patienten, denen jeder Heilpraktiker helfen kann. Ja, ja, jeder, sogar ein unerfahrener. Bei diesen Patienten schlägt wirklich jede Behandlungsmethode an, sogar eine absurde. Was auch immer diese Patienten machen, sie erzielen gute Ergebnisse. Ihre Selbstregulierung reagiert schnell und leicht auf jede Behandlung. Ich liebe solche Patienten! 2. Patienten, die sich der Behandlung leicht widersetzen. Unbewusst natürlich. Menschen gewöhnen sich an ihre Krankheiten wie an einen altersschwachen Hund – egal wie er ist, es ist doch schließlich meiner. Es ist so, als ob das tückische Unterbewusstsein sagen würde: „Vielleicht werde ich mich ohne Krankheit langweilen.“ Heilkunde ist wie Hütchenspiel mit dem Unterbewusstsein des Patienten. Aber da das Unterbewusstsein mit Falschspielertricks arbeitet, lässt es sich nicht mit dem Verstand, sondern nur mit List bezwingen. 3. Patienten, die sich der Behandlung heftig widersetzen. Selbstverständlich auch unbewusst. Sie profitieren von der Nicht-Genesung. Ihr Unbewusstes will stärker und cooler als der Heilpraktiker sein, ihn übertreffen. Eines der Spiele, die von diesen Patienten gespielt werden, heißt: „Niemand kann mir helfen“. Manche wählen unbewusst nur schlechte Heilpraktiker. Sie gehen von einem zum anderen und demonstrieren stolz allen anderen Heilpraktikern, Verwandten und Bekannten, dass ihre Genesung „unmöglich“ sei. Eric Berne, ein amerikanischer Psychologe, führt in seinem Buch Spiele der Erwachsenen zur Beschreibung dieser Patientengruppe das Spiel Psychiatrie an. Das Spiel läuft folgendermaßen ab: Das Bewusstsein des Patienten (nach Berne ist es der „Erwachsene“) spricht den Arzt an: „Ich bin zu Ihnen gekommen, um gesund zu werden!“ Sein Unbewusstes (das „Kind“) flüstert: „Sie werden mich nie heilen können. Dadurch lerne ich aber noch besser, einen Neurotiker zu spielen.“ Bei diesen Patienten dominiert nicht „Doktor, heilen Sie mich“, sondern „Doktor, Sie versuchen es nur, mir zu helfen“, worunter zu verstehen ist: „Es gelingt Ihnen nicht“. Nun noch ein Trick, den das Unterbewusstsein im Kampf gegen Sie und den Heilpraktiker einsetzt. Während der Therapie versucht es, die Aufmerksamkeit nicht auf die Symptome zu lenken, die verschwunden sind, sondern nur auf die, die noch geblieben sind. Es kommt häufig vor, dass ein Patient zu mir kommt (und nicht nur zu mir) und siegessicher verkündet: „Herr Doktor, die letzte Behandlung hat mir nicht geholfen. Der Rücken tut mir immer noch weh.“ Dabei lächelt er hämisch. In solchen Fällen schaue ich in seine Karteikarte, auf der alle Beschwerden eingetragen sind, die er vor dem Beginn der Behandlung hatte. Dann sage ich ihm: „Ich glaube, dass Ihre Lendenschmerzen noch nicht vergangen sind. Sie haben aber auch über Schlaflosigkeit geklagt. Wie schaut es damit aus?“ Der Patient antwortet: „Jetzt schlafe ich gut.“ Meine nächste Frage: „Und was macht die Verstopfung?“ Der Patient: „Habe ich nicht mehr.“ Ich gebe mich befremdet: „Dann hat Ihnen die letzte Behandlung doch geholfen, oder nicht?“ Wissen Sie was dieser Patient darüber denkt. Er bleibt davon überzeugt (vielleicht nicht mehr so fest wie am Anfang), dass die Behandlung doch nicht geholfen hat. Was die Schlaflosigkeit und die Verstopfung angeht, an denen er nicht mehr leidet, so sind sie seiner Meinung nach „von allein“ vergangen. Aber von Sitzung zu Sitzung wächst in ihm die Einsicht, dass die Symptome ausgerechnet während der Therapie „von alleine“ vergehen. Allmählich lässt er sich davon überzeugen, dass die Behandlung doch hilft. Wenn Sie, sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, beabsichtigen, zu einem Heilpraktiker zu gehen, fragen Sie im Voraus sich selbst, ob Sie sich wirklich von ihm heilen lassen oder mit ihm Katz und Maus spielen wollen. Man sollte aber auch nicht das Gegenteil spielen. Eric Berne erzählt von einem Fall, den er mit Bäuerin betitelte: Ein Professor untersucht eine Bäuerin, die an Arthritis erkrankt ist. Er findet ihren Fall höchst interessant und führt die Kranke den Medizinstudenten vor. Er beschreibt die Krankheit nicht nur, sondern erklärt auch, wie sie zu behandeln sei. Diese ganze Prozedur erfüllt die Frau mit Ehrfurcht. Danach verschreibt der Professor der Bäuerin ein Rezept und erklärt nochmals, was sie alles machen müsse. Dann geht sie nach Hause. Sie holt aber dieses Rezept niemals ab. Erstens gibt es in ihrem Dorf keine Apotheke; zweitens würde sie dieses „Heiligtum“ niemals aus der Hand geben, auch wenn es eine Apotheke gäbe. Was die Behandlung selbst angeht, hat die Frau keine Möglichkeit sie auszuführen: Sie kann sich weder an eine Diät halten noch Wasserkuren durchführen. Sie lebt so weiter, wie sie schon immer gelebt hat, und leidet wie zuvor an Arthritis. Sie ist aber glücklich, weil sie allen erzählen kann, welch wunderbare Behandlung der große Professor ihr verordnet hat. Viele Jahre danach, als der Professor durch dieses Dorf fuhr, sah er die Bäuerin wieder. Sie küsste ihm die Hände und bedankte sich für die wunderbare Behandlung, die er ihr vor vielen Jahren verordnet hatte. Der Professor war sehr geschmeichelt und bemerkte gar nicht, dass die Frau genau so stark hinkte wie damals. Das ist aber ein einzigartiger Fall von „Genesung“. In Wirklichkeit fühlen sich die meisten Patienten nach der Behandlung tatsächlich besser.
Muss man glauben?Ein Mythos lautet: „Glaubt man an die Behandlung, wird sie helfen, glaubt man nicht, hilft sie nicht.“ Also, ich erkläre hiermit kraft meiner Autorität, dass dieser Glaube ein Unsinn ist. Wenn Sie sagen, dass Sie an Heilkunde glauben und auch daran, dass sie Sie von allen Krankheiten befreien kann, lügen Sie, ohne es zu begreifen. Also gut! Sie sind „tatsächlich davon überzeugt“, dass Sie an Heilkunde glauben. Nur verhält es sich so, dass nicht Sie glauben, sondern Ihr Bewusstsein. Ihr Unterbewusstsein, das während der Behandlung die größte Rolle spielen wird, glaubt an nichts und niemanden. Andererseits, wenn Sie sagen, dass Sie überhaupt nicht an die Heilkunde glauben dass sie nur eine Hochstapelei und Zeitverschwendung sei, sagen Sie wiederum die Unwahrheit, ohne sich dessen bewusst zu sein. Denn in der Tiefe Ihrer Seele haben Sie immer einen Funken Hoffnung – „vielleicht hilft es doch?“ Und ein Funke reicht durchaus, um nicht nur ein Munitionslager in die Luft zu jagen, sondern auch um gesund zu werden. Ihr Glaube an die Heilkunde ist keine unabdingbare Voraussetzung für die Genesung. Wenn ein Patient mehrfach wiederholt, dass er sehr, sehr an mich glaubt, werde ich stutzig. Denn ich weiß, dass in diesem Fall der Kampf nicht leicht sein wird. Wenn mich aber ein Patient nicht mit Komplimenten überschüttet und ehrlich sagt: „Ich glaube nicht!“, dann ist die Wirksamkeit der Therapie häufig viel größer, so merkwürdig das auch klingen mag.
Wie lange hält die Wirkung an?Wie wir bereits erwähnt haben, wissen die Heilpraktiker das nur ungefähr. Denn wenn ein Patient sich gut fühlt, kommt er nicht mehr zu den Sprechstunden. Und wenn die Therapie nur kurzfristig geholfen hat, kommt er auch nicht wieder. Von den Patienten, die mich regelmäßig besuchen oder denen ich manchmal zufällig auf der Straße begegne, weiß ich, dass bei denjenigen, die das Spiel „Niemand kann mir helfen“ nicht spielen, der Rückgang der Krankheitserscheinungen (abhängig von der Erkrankung) mindestens einige Monate, oft aber auch Jahre dauert. Ungefähr bei der Hälfte meiner Patienten, die sich nach der Behandlung gesund fühlten, kehren die Krankheitssymptome nie wieder zurück. Leider gelingt es nicht, andere Patienten vollständig von ihren Krankheiten zu heilen.
Was meine Patienten zu den Behandlungsergebnissen sagenIch schlage aufs Geratewohl eines der Hefte auf, die in meinem Warteraum ausgelegt sind, damit die Patienten ihre Meinung eintragen können. Ähnliche Eintragungen kann jeder meiner Kollegen aus seinen Heften zeigen. Ich sollte wegen Gallenblasensteinen operiert werden. Im Krankenhaus wurden meine Schmerzen in der Brust und der Wirbelsäule sowie Bluthochdruck behandelt. Ich ging von Arzt zu Arzt – keiner konnte mir helfen. Ich setzte meine letzte Hoffnung auf Sie. Nach der zweiten Sitzung ereignete sich ein Wunder. Ich fühlte mich so glücklich wie nie zuvor. Nach der dritten Sitzung hatte ich das Gefühl, als ob ich nie an Magenschmerzen gelitten hätte. Ich habe keine Blähungen mehr und kann alles essen, was ich will. Besonders wirksam war die Energieübertragung – mein Körper ist wie neu. Nach der fünften Sitzung fühlte ich mich ganz gesund. Und das ist nicht nur meine Meinung – das bestätigten auch die Laboruntersuchungen. (P.E.) Viele Jahre hatte ich allergischen Schnupfen, und Sie haben mich mit drei Sitzungen wieder gesund gemacht. (W.B.) Ich konnte mich von meiner zehnjährigen Alkoholsucht befreien. Ich fasse mich kurz: Bereits seit vier Jahren trinke ich keinen Alkohol mehr und spüre auch keinen Drang danach. Ich fühle mich wie neu. Ich bin wieder mit meinen Kindern und meiner Familie zusammen. (R.I.) Meine Knieschmerzen hatten mich zu Ihnen geführt. Ich konnte fast nicht mehr laufen. Arbeiten war für mich unmöglich. Ich bin zwar erst 35 Jahre alt, aber ich fühlte mich, als ob ich behindert wäre. Bereits nach der zweiten Sitzung fühlte ich eine wesentliche Besserung. Und nach der vierten Sitzung hatte ich gar keine Schmerzen mehr. (B.F.) Mein Sohn Peter ist acht Jahre alt geworden. Fast all diese Jahre liefen wir von Arzt zu Arzt. Die Diagnosen: schweres Asthma, Ekzeme und Haarausfall. Früher hatte ich nie an Wunder geglaubt. Das hat sich geändert. Nach Ihren Behandlungen ist von Asthma keine Spur mehr, die Haut ist rein geworden und das Haar wächst wieder! (A.W.I.) Hätte ich mich nicht an Sie gewendet, wäre ich mit Sicherheit schon tot. (P.G.) Wenn diese Ergebnisse Illusionen sind, was ist dann Realität? Ich möchte Ihnen noch eine kurze Geschichte erzählen. In diesem Fall handelt es sich um eine „erfolglose“ Behandlung. Einmal kam eine Dame im Alter von ungefähr 35 Jahren zu mir. Sie präsentierte sich ernst und „korrekt“. Sie beschwerte sich über den ständigen Juckreiz an der Kopfhaut. Sie war bereits vielmals von Hautärzten untersucht worden, die aber nichts hatten „finden können“. Sie hatten ihr verschiedene Salben, Umschläge und anderes Zeug verschrieben. Leider hatte es nichts geholfen. „Wenn bei ihr nichts festgestellt werden konnte, dann sind das bestimmt die Nerven“, dachte ich. Aus meiner Praxis kannte ich schon ähnliche Fälle. Dann behandelte ich sie. Aber nach ein paar Tagen kam sie wieder und erklärte, dass die Behandlung ihr nicht geholfen hätte. Ich wurde argwöhnisch. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie sich der Behandlung widersetzte – es musste also andere Ursachen geben. Da versuchten wir, der Sache auf den Grund zu gehen. „Wie oft waschen Sie sich in der Woche die Haare?“ fragte ich. „So wie es sich gehört: Ein Mal in drei Wochen“, antwortete sie (?!). „Und…“, fragte ich, „spüren Sie den Juckreiz gleich nach dem Waschen oder erst einige Zeit später?“ „Nein“, sagt sie, „nach dem Waschen juckt der Kopf vier Tage nicht, aber dann geht´s los.“ „Dann“, sagte ich, „waschen Sie sich die Haare jeden fünften Tag. Das ist das einzige Mittel, das Ihnen helfen kann. Meine Hilfe brauchen Sie nicht.“ „Ich habe aber gelesen, dass das schaden kann“, sagte die Dame zum Schluss und bat mich, die Behandlung fortzusetzen. Ich lehnte es ab. Sie war beleidigt und machte sich auf die Suche nach einem umgänglicheren Heilpraktiker.
Was Hodscha Nasreddin von Behandlungsergebnissen hält Die Frau des Mullahs Nasreddin war krank und wurde operiert. Ein Nachbar fragte Nasreddin: „Wie geht es deiner Frau? Ist sie schon aus dem Krankenhaus zurückgekommen?“ „Nein“, antwortete er. In diesem Moment kam die Frau von Nasreddin aus dem Haus. |